Freiheitliche Familien- und Gesellschaftspolitik

Frauen und Männer sollen in unserer liberalen Gesellschaft ihr Leben frei und eigenverantwortlich im Rahmen der gemeinschaftlichen Regeln gestalten können. Chancengleichheit für alle am Start und Freiraum für Neues: So können die Menschen das eigene Potenzial nutzen und ihren Beitrag zur Entwicklung der Schweiz leisten. Chancengleichheit ist der Grundstein für eine liberale Familien- und Gesellschaftspolitik. Für eine freie Wahl des Familienmodells und der Kinderbetreuung braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Damit die Bevölkerung in der Schweiz in Zukunft auch eigenverantwortlich über ihr Rentenalter entscheiden kann, braucht es neben einem flexiblen Referenzalter auch eine nachhaltige Finanzierung der Altersvorsorge.

1.     Externe Herausforderungen

  • Zunehmende Belastung für Familien und den Mittelstand durch Steuern, Abgaben und Vorschriften
  • Wiedereinstieg für Frauen nach der Kinderpause
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Wiedereinstieg der Generation 50+ bei Arbeitsverlust
  • Rückläufige Erwerbsbevölkerung trotz steigender Erwerbsbeteiligung von Frauen
  • Demografische Veränderung der Gesellschaft. Die Bevölkerung wird älter und bleibt länger gesund

2.     Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt

Freiheit: Eine liberale Politik stellt den Menschen ins Zentrum und ermöglicht jeder Frau und jedem Mann, ihre Ziele aus der Vielfalt von Möglichkeiten zu wählen. Die Freiheit der Wahl- und Entfaltungsmöglichkeiten sind zusammen mit der Chancengleichheit wichtige Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für ein Engagement für die Gemeinschaft. Alle Familienformen brauchen Rahmenbedingungen, die alle Modelle gleichbehandeln und eine Arbeitswelt, in der Familie und Beruf vereinbar sind. Wer arbeiten will, soll dies auch können.

Gemeinsinn: Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Engagement für die Gemeinschaft ist eine Voraussetzung für die Umsetzung des Gemeinsinns: Das unentgeltliche Engagement für unsere Gemeinschaft, sei es in Politik, Vereinen, der Nachbarschaftshilfe oder Familie hat unser Land stark gemacht. Nur wenn wir die Miliztätigkeit bewahren können, wird das Erfolgsmodell Schweiz eine Zukunft haben. Flexible Arbeitsmodelle fördern Milizarbeit und ermöglichen erst Gemeinsinn. Jede Lebensphase stellt dabei eigene Ansprüche an die Arbeitsgestaltung. Der technologische Fortschritt erleichtert es Eltern, auf die Entwicklung der Kinder zu reagieren. Um die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und dem Bedürfnis vieler Männer nach Teilzeitarbeit nachzukommen, müssen regulatorische Hindernisse abgebaut werden und Unternehmen flexible und vielseitige Arbeitsbedingungen schaffen. So kann der Fachkräftemangel entschärft werden, und die Schweiz ist mittelfristig weniger auf ausländische Fachkräfte angewiesen.

Fortschritt: Die Schweiz hat im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch Aufholbedarf. Die unterstützenden Strukturen hinken zum Teil dem gesellschaftlichen Wandel hinterher. Jedoch sind die regionalen Bedürfnisse unterschiedlich. Tagesstrukturen wie Mittagstische, Aufgabenbetreuung oder koordinierte Stundenpläne erlauben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Finanzierungsmodelle wie Betreuungsgutscheine lassen Strukturen dort entstehen, wo Eltern sie auch brauchen. Dem gesunden Menschenverstand der Eltern muss wieder vertraut und die Bürokratie abgebaut werden. Private Lösungen sollen gefördert und nicht durch unnötige staatliche Reglementierung behindert werden.

Bessere Bedingungen für ältere Arbeitnehmende: Die Schweiz steht im internationalen Vergleich betreffend gesetzlichem und tatsächlichem Pensionsalter an der Spitze, denn über ein Drittel der Erwerbstätigen arbeiten nach ihrer Pensionierung meist Teilzeit weiter. Noch weit mehr würden länger arbeiten, gäbe es mehr Teilzeitstellen. Unser Arbeitsmarkt erlaubt es, hier dank guten Modellen den älteren Arbeitnehmenden und dem Standort nachhaltig einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Für ältere Arbeitnehmende braucht es, zum einen, eine Flexibilisierung des Pensionierungsalters und die Schaffung von Anreizen zum längeren Verbleib im Erwerbsleben durch die Arbeitgeber. Zum anderen braucht es einen Kulturwandel, um ältere Arbeitnehmende auch vor der Pension im Arbeitsmarkt zu halten: Keine Vorurteile und Diskriminierungen auf Seite der Wirtschaft, lebenslanges Lernen und verhältnismässige Lohnansprüche auf Seite der Arbeitnehmenden.

3.     Unsere Forderungen

Keine Ungleichbehandlung von bestimmten Lebens- und/oder Familienmodellen:

  • Einführung der Individualbesteuerung.
  • Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare inkl. Zugang zu Mitteln der Fortpflanzungsmedizin.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile verbessern:

  • Einführung einer modernen Elternzeit (16-wöchiger Elternurlaub: 8 Wochen reserviert für Mütter, der Rest zur freien Aufteilung unter den Elternteilen).
  • Erhöhung des Steuerabzugs für externe Betreuungskosten auf 25'000 Franken/Jahr.
  • Schaffung von genügend Betreuungsmöglichkeiten durch Kantone und Gemeinden (Tagesstrukturen wie z.B. Tagesschulen, Mittagstische, Aufgabenhilfe oder Randstundenbetreuung).
  • Finanzierungsmodelle für externe Betreuung, die Strukturen dort entstehen lassen, wo Eltern sie auch brauchen (z.B. Betreuungsgutschriften).
  • Gleich lange Spiesse für private und staatliche Kitas. Weniger Bürokratie und mehr Freiraum für eigenverantwortliche Lösungen.
  • Förderung von flexibleren Arbeitsmodellen wie Teilzeitstellen, Job-Sharing, Telearbeit und Homeoffice durch Abbau regulatorischer Hürden.

Einbindung von älteren Arbeitnehmenden in den Arbeitsmarkt

  • Eine aktivere, spezialisiertere und persönlichere Betreuung von arbeitslosen älteren Arbeitnehmenden durch die regionale Arbeitsvermittlung soll eine rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ermöglichen.
  • Flexibilisierung des Rentenalters und bessere Anreize zum Verbleib im Arbeitsmarkt.
  • Erhöhung der Steuerabzüge für Weiterbildungen.

4.     Erfolge der FDP.Die Liberalen

  • Steuerliche Abzüge für externe Kinderbetreuung: National- und Ständerat haben bereits einer Erhöhung der Abzüge auf 25'000 Franken zugestimmt.
  • Einführung der Mutterschaftsentschädigung («Modell Triponez»)
  • Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
  • Möglichkeit der Stiefkindadoption für in eingetragener Partnerschaft und in faktischer Lebensgemeinschaft lebende Partner
  • Beseitigung bürokratischer Hürden für den Bau und Betrieb von Kindertagesstätten